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PLÖTZLICH EIN STECHENDER SCHMERZ IM AUGE DES PROFESSORS
oder: ÜBER DIE KUNST DES SEHENS - ÜBER DIE WIRKLICHKEIT


Aus: Transpersonale Perspektiven Vol.3/98

- plötzlich rief archimedes "heureka": ihm ging ein licht auf, als er plötzlich bemerkte, daß das gewicht des körpers im bade der masse des verdrängten wassers entsprach. plötzlich auch ist die erleuchtung, die meisten zen-mönche erlangten sie beim gang auf die toilette: wenn der kopf leer wurde...



- ein stechender schmerz tut immer weh: in der bioenergetik sind schmerzen eines der grundgefuehle (basic emotions) neben angst, wut, freude und liebe. im christlichen sinne sind schmerzen eine gerechte strafe für sünden - in der hölle sollst du schmoren.

- der gelb-schwarz gemusterte feuersalamander (salamandra salamandra) gehört zu den sagenumwobenen tierarten, denen immer neue eigenschaften angedichtet wurden. von der angeblichen immunität gegen das feuer hat er seinen namen. wird seine haut über die oberschenkel einer frau gelegt, soll er verhindern, daß sie schwanger wird. ein professor hat bei laborbeobachtungen des feuersalamanders bemerkt, daß dieser durch hautdrüsen auf dem rücken ein überaus wirkungsvolles sekret (das alkaloid salamanderon) in seine augen versprühte: er erblindete vorübergehend: plötzlich ein stechender schmerz im auge des professors.

über die kunst:
- so titelte émile gasquet seinen briefwechsel mit cézanne: eine malerische beschreibung des mont saint victoire und die schwierigkeiten bei der besteigung des berges mit malerischen mitteln, aber auch eine frage an die malerei: kann sie die wirklichkeit hinter diesem berg beschreiben?

über die kunst des sehens
 - so aldous huxley in seinem buch "the art of seeing". gemeint ist dabei tatsächlich die wirklichkeit zu sehen, das was da ist, aber auch der prozeß des sehens als ein heilungsprozeß. wenn wir wirklichkeiten ausblenden, kann dies zu einer störung des sehvorgangs führen, das auge erkrankt. erst durch die augentherapie des arztes william bates konnte er wieder sehen...

 das auge
 - durch das auge sieht das gehirn die welt und umgekehrt sehen wir mit dem auge und geeigneten instrumenten das gehirn als funktionales system. wir wissen, daß viele erfindungen nichts anderes sind, als ausdehnungen unseres körpers: hier zb. sind die ausdehnungen unseres auges die kamera, die optik, das fernsehen.
 wie aber funktioniert das auge? mit dem auge betrachten wir die wirklichkeit: was aber ist die wirklichkeit?
dazu eine annäherung mit dem beispiel des anglers: er betrachtet nicht nur seinen korken, oder den fisch, der vielleicht daran hängt, sondern er betrachtet auch gleichzeitig seine welt! oder nehmen wir einen text des französischen schriftstellers francis ponge "sur la seine", in dem er das plätschern, das treibholz, die ufer und die wellen des flusses beschreibt: es ist aber nicht nur die seine, sondern auch eine beschreibung über den fluß des lebens selbst... .

- zunächst sehen wir die wirklichkeit durch eine fettschicht: sie ist vor unserem auge, um es vor staub zu schützen. dann kommt eine wasserschicht, produziert in den tränendrüsen, um die kornea, die außenhaut des auges, feucht zu halten, weil diese nicht durchblutet ist: sie ist eine hornhaut. der glaskörper des auges ist gefüllt mit kammerwasser. auf der kornea befindet sich die regenbogenhaut (iris), sie funktioniert wie die blende einer kamera. die farbe der iris wird zwar von dichtern besungen ("schau mir in die augen kleines"), ist aber unbedeutend für den sehvorgang. die pupille reagiert dagegen nicht auf einfallendes licht, sondern auf emotionale zustände. so vergrössert sie sich bei freude, bei angstgefühlen verkleinert sie sich. muskeln (die sog. das umgekehrte bild der wirklichkeit - das erkannte schon kepler im jahre 1604, bei der untersuchung eines ochsenauges. die retina besteht aus zäpfchen, die zuständig sind für das farbensehen und stäbchen, die zuständig ziliarmuskeln) dienen zum fokussieren der linse. hinter dem auge befindet sich die retina (netzhaut). sie enthält sind für hell/dunkelkontraste. wir haben zwei augen, weil sie das räumliche sehen ermöglichen. so erhalten wir zb. räumliche bilder in der stereofotografie, die bis zum abstand von 6 m vom auge entfernt möglich ist.
doch nicht die kameraähnlichen besonderheiten der wahrnehmung sind die interessantesten, sondern die frage: wie wird information vom auge auf das gehirn übertragen? das geschieht in der sprache des gehirns über weiße und graue zellen: es gibt kein weiteres bild im gehirn, das würde wieder ein inneres auge voraussetzen undsoweiter... auf der hirnrinde, dem cortex, befindet sich ein eigenes gebiet für das sehen: das sehzentrum, auch area striata genannt, das zentrale projektionsgebiet. die neuronalen signale bestehen aus elektrischen impulsen, die von der retina ausgehen. die netzhaut selbst ist schon ein vorgelagerter teil des gehirns. die peripherie der netzhäute spricht nur an auf bewegungen: das ist lebensnotwendig zum erkennen von freund oder gefahr/feind. die gesamte information der netzhäute wird entschlüsselt auf dem cortex, der die information wieder in seiner sprache, in elektrischen impulsen, weitergibt an die umliegenden gebiete des gehirns. soweit zum physiologischen vorgang des erkennens der wirklichkeit.

-die drei augen der erkenntnis
erkennen ist ein kognitiver prozeß, was und wie sehen wir? schon bonaventura, der lieblingsgelehrte der westlichen philosophen im mittelalter, aber auch ken wilber, haben darauf hingewiesen, daß wir die wirklichkeit dieser welt mit drei augen der erkenntnis, also mit drei zusammenhängenden aspekten betrachten sollten, und nicht nur unter einem: nämlich mit dem auge des fleisches, mit dem auge der vernunft und mit dem auge der kontemplation.

-mit dem auge des fleisches die welt zu betrachten meint die sinnliche wahrnehmung. das heißt der empirische zugang zu daten und fakten. wird die welt nur mit diesem auge betrachtet, dann haben wir eine welt nur von messungen - das führte in der geschichte zu blindem wissenschaftsglauben. die natur wird ausgemessen. felsen, systeme, partikel. sie haben eines gemeinsam: sie alle reden nicht. die beziehung hier ist rein monologisch, sie verläuft vom subjekt zum objekt: wir haben dann eine welt nur aus zahlen, aber ohne werte, ohne sinn.

wenn wir die welt betrachten.
mit dem auge der vernunft, dann meinen wir psychologie, geistes - phänomenologie, philosophie. die fakten hier sind die verständigung auf symbole, die eine bestimmte bedeutung erlangen, das ist aber auch die welt der sprache, der kommunikation. die beziehung hier läuft vom subjekt zum subjekt, ist also dialogisch, das ist die welt der gedanken, die rationale welt.

ein beispiel: betrachten wir ein kunstwerk nur mit dem auge des fleisches, der sinnlichen wahrnehmung, dann sehen wir farben, formen, linie, fläche. mit dem auge des verstandes aber kann der betrachter das kunstwerk in seiner zeit, seiner umwelt, analysieren: es kann gefragt werden, was hatte der künstler uns zu sagen? um in den geist des gemäldes einzudringen, müssen wir mit ihm reden.

 betrachten wir aber kunst nur mit den augen des fleisches und der vernunft, so gelangen wir lediglich zu einer kunsttheoretischen betrachtung oder landen als kopfkünstler, konzeptkünstler, in dialogischen widersprüchen... gerade heute erscheint auf der kunstszene viel theorie, reduzierte ästhetik, konzeptkunst, postmodernistische denker wie baudrillard bleiben in kopfigen gedankengängen hängen, kunst wird armseliger, blutleere, weil sie einen zugang vermißt: den ganzheitlichen... und der eröffnet sich uns erst, wenn wir die welt auch betrachten

 - mit dem auge der kontemplation; das ist die meditation, das ist die ganzheitliche schau, der tiefenökologische aspekt, ja auch spirituelle rahmen. die nur rationale, mechanistische sehweise ist überholt: wir reden vom neuen paradigma: die ganzheitliche betrachtung der wirklichkeit. das neue paradigma ist transpersonal, transzendental, transsymbolisch. eine methode, die welt mit den augen der kontemplation zu sehen, wäre zb. zen. satori ist ein begriff, der subjekt und objekt vereint: im zustand der erleuchtung siehst du den himmel, im samadhi wirst du eins mit dem himmel. das neue paradigma ist nicht die oberste sprosse der leiter, es ist die leiter selbst, das holz, auf dem du stehst. das heißt, die neue ganzheitliche wahrnehmung der realität hat auswirkungen auf die wissenschaft, philosophie, politik, erziehung und alltag - und natürlich auch auf die kunst. (die meisten künstler schwimmen immer noch im sog. mainstream der kunst), es kommt aus der neuen wissenschaft - aber es kommt auf die kunst zu... und das wird nicht unbeachtet bleiben... es wird wirkung zeigen, dann, wenn künstler bereit sind, diesen gedanken zu folgen. genauer gesagt, müssen sich auch die künstler neu fragen, wie wirklich ist die wirklichkeit und was ist das leben?

 über die wirklichkeit
 wir sind es gewohnt, von uns ein mentales selbstmodell zu haben, ein inneres bild, das eine person von sich selbst und seiner umwelt erzeugt. das selbstmodell ermöglicht dem organismus, ein gehaltvolles abbild der realität zu erzeugen: doch es bleibt nur ein modell und das ich somit eine illusion. so überlebt der mensch als ein niemand, der glaubt ein jemand zu sein. sein oder nichtsein ist keine frage mehr. das ist die welt hinter den augen: sie ist leer. Das heißt aber auch, daß wir einer täuschung unterliegen, einem modell, das die datenverarbeitung im gehirn von uns selbst, aus sich selbst erzeugt. es scheint wahr zu sein, was die buddhisten seit jahrhunderten verkünden, diese welt ist maya, illusion. ja, man könnte sagen, diese welt, das bild der wirklichkeit in unserem gehirn ist gar kein bild, sondern, wie pribram sagt, ein hologramm, gebildet aus interferenzmustern, die der betrachter wahrnimmt, die das gehirn über seine sinne registriert. auch wissen wir, daß wir innere bilder in uns tragen: wenn wir die augen mit den handflächen reiben und reizen entstehen sie: spiralen, kreise, fischgrätenmuster, pünktchen, quadrate und wellenlinien... eichmeier und höfer (TU münchen) haben diese endogenen bildmuster untersucht und festgestellt, daß sie auch bei einnahme von mescalin auftauchen, doch vor allem schon immer in den frühesten felsbildmalereien auf der ganzen erde zu finden sind, ja, bis in die moderne kunst hinein (auch bei klee, auch bei pollock) erscheinen... natürlich kennen wir daneben träume, halluzinationen, wahnvorstellungen, täuschungen unserer realitätswahrnehmung. auch veränderte bewußtseinszustände sind das ergebnis neuronaler prozesse. der rausch wird ja von nüchternen als jener zustand definiert, in dem wir nicht mehr wissen, wer wir sind. doch man kann auch sagen: die halluzination hilft, die wirklichkeit so zu sehen wie sie ist. der rausch macht deutlich, wie relativ die wirklichkeit ist. somit bietet er nicht mehr den fluchtpunkt des denkens sondern eine neuen lösungsansatz. "egal welches reisemittel man wählt, man kommt immer in denselben raum". von der substanz und der dosis hängt allenfalls ab, wie tief man in diesen raum vordringt. das führt zu der frage: gibt es eine wirklichkeit hinter den wirklichkeit? huxley bejaht sie in seinen "Pforten der wahrnehmung", doch das ist der standpunkt der mystiker...

was ist leben?
gefragt wird nach dem wesen des lebens. am anfang standen die bakterien, im laufe von zwei milliarden jahren erfanden sie alle für das spätere leben auf der erde so wesentliche biotechnologien wie gärung, photosynthese, stickstoffbindungen, atmung und die drehmechanismen für schnelle bewegungen. ja, nach margulis ist die symbiogenese, die schöpfung neuer lebensformen, der hauptweg der evolution. das leben hat den erdball nicht durch kampf erobert, sondern durch vernetzung. die bakterienzelle ist das einfachste in der welt vorkommende autopoietische system (autopoiese = selbermachen). nach capra ist das selbstorganisationsmuster der schlüssel zum verständnis der wahren natur des lebens. genau genommen hat jedes auf der erde vorkommende lebende system drei erkennungsmerkmale: das muster, die struktur und den prozeß.

das muster:
 das muster des lebens ist autopoiese autopoietische netzwerke müssen sich ständig regenerieren, um ihre organisation aufrechtzuerhalten (luhmann hält übrigens die gesellschaft ebenfalls für ein autopoietisches system). materie fließt ständig durch das system hindurch, aber es bewahrt eine stabile form, und zwar autonom durch selbstorganisation. wo immer wir leben sehen, sehen wir netzwerke, also ist das muster des lebens immer in interaktionen und beziehungen zu sehen.

die struktur:
 ein weiteres merkmal des lebens (und jeder zelle) ist die dissipative struktur zwischen den produktionsprozessen. das ist die struktur lebender systeme (prigogine). das riesige netzwerk aus stoffwechselprozessen hält das system in einem zustand fern vom gleichgewicht, und durch rückkopplungsschleifen entstehen gabelungen (bifurkationen) und damit entwicklung und evolution. die unbestimmtheit (element des zufalls) an gabelungspunkten ist die eine art der unvorhersagbarkeit, die andere art taucht auf in der chaostheorie durch nichtlineare gleichungen, seltsame attraktoren, fraktale geometrie, irreversibilität (pfeil der zeit), instabilität und dem spontanen auftreten von ordnung aus chaos: alles ein resultat der selbstorganisation.

 man kann sagen, das universum selbst ist schöpferisch und hat eigene wege der kreativität: und genau das ist die treibende kraft der evolution, einer dem leben innewohnende tendenz, neues leben zu erschaffen. alles lebendige ist kreativ. ist alles leben auch kunst? so behauptet mindestens beuys, obwohl er die beschriebenen dimensionen so nicht erkannt hat, das ist meine meinung, er hat lediglich alltagsphänomene symbolisch und kurzerhand zur kunst erklärt (auch das ein teil der wirklichkeit - gewiß) und mit steiner ideologisch aufgewertet. trotzdem eine starke antworr: hut ab!

 der prozeß:
 der prozeß ist ein drittes kriterium lebender systeme - das ist die verbindung zwischen muster und struktur. diese verbindung ist nur dann möglich, wenn wir unterstellen, daß dieser prozeß ein erkenntnisprozeß ist, ein prozeß der kognition. und so kann geist, auch gedächtnis, entstehen: indem eine bakterie lernt, indem wir lernen. der geist ist also kein ding, ein unbestimmter klumpen im gehirn, sondern ein prozeß des lernens. um die sprache der natur zu beschreiben, muss man nach bateson die sprache der natur sprechen: eine sprache aus beziehungen.

das ergebnis war eine synthese. nach maturana und varela auch

santiago-theorie
genannt. danach hat eine pflanze kein gehirn, aber einen geist. die einfachsten organismen sind zur wahrnehmung und damit zur kognition fähig: sie sehen nicht aber sie nehmen veränderungen in ihrer umwelt wahr. weiter: alle lebenden systeme sind kausal in einem kreisförmigen prozeß organisiert. das bedeutet zugleich die überwindung der kartesianischen trennung von geist und materie - das heißt also adieu altes paradigma.

 ein besonderes merkmal lebender systeme ist übrigens auch die errichtung einer grenze, die das system als einheit definiert. jede bakterie, jede zelle, jeder mensch hat seine grenze. nur wir menschen können reflektieren über unsere grenzen, über das bewußtsein frei zu sein von grenzen, ohne grenzen. auf einer bestimmten komplexitätsebene koppelt sich ein lebender organismus nicht nur an seine umgebung sondern auch an sich selbst - bringt dadurch eine welt hervor. beim menschen ist die hervorbringung einer inneren welt, unserer realität also, mit sprache, mit denken, mit bewußtsein verbunden. was wir hervorbringen ist nicht die welt sondern lediglich eine welt, deine, meine... durch identische strukturen bringen wir eine ähnliche welt hervor, die wir in der abstrakten welt der sprache miteinander teilen. wir werden unserer innenwelt bewußt - wir wissen daß wir wissen. bewußtsein ist also auch selbstbewußtsein.

transpersonale perspektiven in der kunst
 wir sind umgeben von netzwerken, wir sind selbst ein netzwerk, ja auch, wir denken mit unserem körper, nicht nur mit dem gehirn. die welt da draußen und die welt, die wir in uns sehen, sind im begriff zu konvergieren: einer der bedeutendsten kulturellen vorgänge unseres zeitalters: eine frage natürlich an alle kunstschaffenden, darauf neue antworten zu finden...

 die antwort könnte liegen in einer mythologischen dimension der kunstbetrachtung wie sie übrigens joseph campell führte bei seinen forschungen über primitive jäger und sammler: danach hat die mythologie die wesentliche funktion im individuum einen sinn für das staunen, die wunder der erde zu wecken, aber auch ihn, den menschen, teilhaben zu lassen am letztlich unbeschreibbaren mysterium des lebens. die mythen entstanden auf der ganzen erde durch themen und motive, die augenscheinlich universell sind - elementargedanken, lediglich durch ethnische unterschiede in verschiedenen formen auftretend. eine weitere funktion der mythologien sind, das individuum harmonisch durch den kreislauf des lebens zu führen, von der geburt, über die jugend, das alter bis in den tod. die methode der mythologie ist immer poetisch, in die form einer analogie gekleidet.

ja, so kann oder könnte man auch sagen über die kunst: malerei ist die schaffung einer analogie zum unanschaulichen und zum unverständlichen. abstrakte bilder sind fiktive modelle, weil sie eine wirklichkeit veranschaulichen, die wir weder sehen noch hören können. so gesehen, sind schöne bilder die bilder, die das un-bekannte, das un-endliche, das un-erklärliche, das un-faßbare ausdrücken. ein vorgang übrigens, den wir aus der negativen theologie kennen (positive theologie = gott ist wunderbar, groß usw.). aber nur dann, wenn wir das nicht mehr sagen können, wenn wir alle positiven attribute, was gott denn ist, negativ besetzen, also diese methode in die kunst hineinbringen und sagen, kunst ist das un-endliche, das un-faßbare, das un-begreifliche und mit den mitteln der malerei versuchen es auszudrücken, nur so vermögen wir das, was uns fremd ist, was uns andersartig ist, miteinzubeziehen. dann könnten wir mit buddha sagen: reality is one. die wirklichkeit hat kein zentrum- wie schon augustinus erkannte, eben in seiner theologischen sichtweise, weil er sagte, gott ist überall, nicht nur im zentrum: also habe die welt gar kein zentrum. eine erstaunliche parallele übrigens, ohne theologische überlegungen, finden wir in der super-string-theorie, die da sagt, es gibt kein zentrum, weil alles mit allem wie durch unsichtbare elektronische fäden miteinander verwoben ist...

in der kunstgeschichte gab es immer schon transpersonale inhalte: angefangen bei der felsenmalerei, über die pyramiden, die steinkreise, die aquarelle eines turner bis zur malerei eines gerhard richters... doch nie wurden sie besonders betont: es gab sie also immer: sie sind kunstimmanent. das heißt es kommt auf die perspektive an, auf die kunst des sehens, mit der wir kunst machen. wir brauchen dem kind keinen namen zu geben, etwa transpersonale kunst, was wir brauchen ist ein neues bewußtsein über die welt der kunst: und plötzlich, kein stechender schmerz mehr im auge des professors: er konnte wieder sehen! really really!






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